Erster Runder Tisch zur Knickpflege im Naturpark Hüttener Berge

Kristian Achilles (Untere Naturschutzbehörde, links, stehend) informierte über den Knickschutz im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Im Hintergrund sitzend: Kerstin Ebke und Daniel Viain (beide Landwirtschaftskammer), Maike Struck (Kreisbauernverband), Detlef Kroll (Naturparkverein) sowie Alexandra Werdes (Heckenretter e.V.) (v.l.n.r.)

Knapp 40 Personen nahmen beim ersten Runden Tisch zum Thema Knickpflege im Naturpark Hüttener Berge am Montag, 24.11., in Groß Wittensee teil. Eingeladen hatte der Naturparkverein, der sich mit der Thematik im Rahmen seines zweijährigen Modellprojektes „Knickwert“ intensiv beschäftigt. „Wir wollen mit unserem Projekt die Knicks im Naturpark in Wert setzen – und zwar aus ökologischer, ökonomischer, kulturhistorischer und landschaftsästhetischer Perspektive“, sagte der Naturparkvorsitzende Detlef Kroll im Rahmen seiner Begrüßung.

Im weiteren Verlauf präsentierten Daniel Viain und Kerstin Ebke von der Landwirtschafts-kammer Schleswig-Holstein die aktuellen Rechtsgrundlagen zur Knickpflege. Demnach ist die Holzernte – das traditionelle „Knicken“ oder „auf den Stock setzen“ – alle 10 bis 15 Jahre in der Zeit vom 1. Oktober bis einschließlich des letzten Tages des Monats Februar bei Erhalt der Überhälter (ältere Einzelbäume) und Entfernen des Schnittgutes vom Knickwall eine zulässige Pflege- und Bewirtschaftungsmaßnahme. Das Fällen von „Überhältern“ unter einem Stammumfang von zwei Metern – gemessen in einem Meter Höhe über dem Erdboden – ist zulässig, sofern in dem „auf den Stock gesetzten“ Abschnitt mindestens ein Überhälter je 40 bis 60 Meter Knicklänge erhalten bleibt. Relativ neu in der Gesetzgebung ist, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch ein mehrstämmiger Baum ein Überhälter darstellen kann. In der Praxis der Knickpflege hat insbesondere auch der „seitliche Rückschnitt“ des Knicks bestimmte Auflagen zu erfüllen, der alle drei Jahre in dem Zeitraum von Mitte September bis Mitte Februar vorgenommen werden kann.

Anschließend referierte Kristina Achilles von der Unteren Naturschutzbehörde über das Thema Knickschutz im Kreis Rendsburg- Eckernförde. Dabei ging sie unter anderem auf Genehmigungspflichten, Ausgleichsmaßnahmen bei Eingriffen sowie Verstößen bei nicht fachgerechter Knickpflege ein. Des Weiteren zeigte sie attraktive finanzielle Fördermöglichkeiten im Rahmen des Knickschutzprogrammes auf (mehr Infos über: Kristina Achilles unter: kristina.achilles[at]kreis-rd.de).

Die darauffolgende Diskussion sprach viele Detailprobleme für Knickbesitzende an. Hierzu zählten unter anderem Themen wie: Knicks in Wohngebieten, Ertragseinbußen und Prämienkürzungen bei Verstößen für Landwirte oder auch der Wildverbiss. Hier wurden die Komplexität und Vielschichtigkeit der Thematik sehr deutlich. Detlef Kroll brachte es in seinen abschließenden Worten auf den Punkt: „Wir werden nicht für alle Knickbesitzenden die ideale Lösung finden können. Das setzt voraus, dass wir konstruktiv miteinander reden und kooperieren – ein Gegeneinander wirkt sich für alle Seiten nur kontraproduktiv aus.“

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