„Mir geht es heute darum, über die Vielfalt der ökologischen Funktionen der Knicks zu informieren.“ Mit diesen Worten begrüßte der Exkursionsleiter Ralph Hohenschurz-Schmidt die Exkursionsteilnehmer. Im Rahmen des Ausfluges wurden im Umfeld des Ortsteils Borgstedtfelde verschiedene Knicktypen und ihre Pflegezustände begutachtet und dabei viele Sachinformationen zur Ökologie geliefert: Knicks dienen als Lebensraum für über 7.000 Tierarten. Durch den schichtweisen Aufbau – bestehend aus der Kraut-, Strauch- und Baumschicht – bieten sie Nahrung, Schutz und Brutplätze auf engstem Raum. So nutzen Vögel wie unter anderem der Neuntöter, die Goldammer und die Grasmücken das dichte Geäst zum Nisten. Insekten wie z.B. Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen finden hier ein reiches Blütenangebot und Säugetiere wie Haselmäuse, Igel und verschiedene Fledermausarten nutzen die Hecken als Jagdrevier oder Winterquartier. Darüber hinaus wirken Knicks wie grüne Lebensadern in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft und sind auch ein wichtiger CO2-Speicher. Auch für den natürlichen Pflanzenschutz liefern sie einen wichtigen Beitrag: Da Knicks Lauf- oder Marienkäfern Unterschlupf bieten, wandern diese in die angrenzenden Felder aus und dezimieren dort Schädlinge auf natürliche Weise. Vor diesem Hintergrund ist der Knick das „ökologische Rückgrat“ der norddeutschen Kulturlandschaft – ein idealtypisches Beispiel dafür, wie eine menschengemachte Struktur zum unersetzlichen Naturraum werden kann.
Exkursion: Ökologische Bedeutung von Knicks
Der Exkursionsleiter Ralph Hohenschurz-Schmidt (Bildvordergrund) erklärte die vielfältigsten ökologischen Funktionen von Knicks.