Heckenlegen – die traditionelle Form der Knickpflege

Detlef Kroll (Naturpark-Vorsitzender, Bildmitte) freute sich, mit Katie Plett und Christian Grimm zwei erfahrene Experten zum Thema Heckenlegen empfangen zu können.

Auf den Stock setzen? Das kannste knicken! Mit dieser Überschrift hatte der Naturpark Hüttener Berge e.V. im Rahmen des Projektes „Knickwert“ am Dienstag, 5. Mai, im Hotel Wittensee-Schützenhof einen informativen Vortrag zum Thema Heckenlegen organisiert.

Christan Grimm und Katie Plett von der Firma Walk präsentierten Ihre Erfahrungswerte mit dieser schon fast vergessenen Art der Knickpflege. Dabei werden die Gehölze nicht – wie üblich – zurückgeschnitten („auf den Stock gesetzt“), sondern auf den

Knickwall gelegt und verflochten. Hierfür werden verschiedene Techniken wie Biegen, Brechen oder auch Laschen angewendet. Dies hat durchaus Vorteile gegenüber der landläufigen Pflegepraxis: „Im Gegensatz zum vollständigen Entfernen der Gehölze, verändern wir nur die Form und Struktur des Knicks, so dass die standorttreuen Arten des Knicks nicht ihren Lebensraum für längere Zeit vollständig verlieren“, sagt Christian Grimm. Seine Kollegin Katie Plett ergänzt: „Wir erzeugen mit dem Heckenlegen eine sehr kompakte und vielfältige Struktur und schaffen damit eine hohe biologische Vielfalt!“

Allerdings ist das traditionelle Knicken sehr arbeitsaufwändig, so dass die Methode in der Fläche wirtschaftlich nicht tragbar ist. Allerdings kann diese besondere Form der Knickpflege in Siedlungsbereichen, wie z.B. in Bebauungsgebieten oder in Privatgärten, auch wirtschaftlich tragbar angewendet werden. Nach einem anschließenden engagierten Austausch unter den rund 15 Teilnehmenden fasst Detlef Kroll (Naturpark-Vorsitzender) das Ergebnis der Diskussion zusammen: „Wir können die historische Knickpflege in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft aus finanziellen Gründen nicht anwenden, doch gibt es bestimmte Nischenbereiche, wo dies durchaus Sinn macht.“

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