Knick-Gedichte

Im Rahmen unseres KNICKWERT-Projektes wurden uns netterweise nachfolgende, kreativen Gedichte übersendet:

Mit di

mit di
wull ik dat mol versöken
Hand in Hand
ünner Böken
wat kann schöner ween?

nah di
heff ik keken
Hand in Hand
ünner Eeken
wat kann schöner ween?

mit di
ünner Fleder
Hand in Hand
sungen wi Leeder
wat kann schöner ween?

 

mit di
ik so hässlich, du so schick
Hand in Hand
längs den Knick
wat kann schöner ween?

mit di
bi Wind un Wedder
Hand in Hand
längs den Redder
wat kann schöner ween?

mit di
ümmer wedder
Hand in Hand
längs den Redder
wat kann schöner ween?

Gedicht von Matthias Stührwoldt, Landwirt und Buchautor, anlässlich der Auftaktveranstaltung

Der Knick

Ich bin ein Knick,
das sieht man auf den ersten Blick!
Ich bilde die Grenze zwischen zwei Feldern
im Gegensatz zu den großen Wäldern.

Das war im Ursprung auch der tiefe Sinn,
als ich im 18. Jahrhundert entstanden bin.
Damals regierte der dänische König im Land
und nahm die „Verkoppelung“ in die Hand:
Das heißt, er gab den Bauern eigene Weiden!
Um diese von denen der Nachbarn zu scheiden,
befahl er nun, „lebendige Zäune“ zu bauen
und auf die Kraft der Natur zu vertrauen.

Büsche und Sträucher prägen mein Gesicht
und machen so meine Gestalt sehr dicht.
Dorniges wie Rosen, Weißdorn oder Schlehe
schrecken sowohl Kühe ab als auch die Rehe…
Damit ich schnell dicht und undurchdringlich werde,
setzte man Buche, Hasel und Weide in die Erde.
Denen hat man ganz geschickt
die Zweige einfach umgeknickt,
sie wieder in die Erde gesteckt
und zu neuem Leben erweckt.

So ist mein Name „Knick“ damals entstanden,
nur die Methode des Knickens kam abhanden…
Mich gibt`s auf 46.000 Kilometern Länge,
das ist für Schleswig Holstein eine ganze Menge!
Ich freue mich, wenn man mich gut pflegt
und mir etwas Brachland „zu Füßen“ legt.

Pflege heißt: Ich werde „auf den Stock gesetzt“
- da ist manch einer schnell entsetzt!
Denn man sägt mich einfach ab,
kurz über’m Boden, nicht zu knapp!
Das ist alle zehn Jahre schon richtig
und für mein Wachstum auch sehr wichtig.
Alle 40-60 Meter, ganz markant,
lässt man große Bäume stehen, „Überhälter“ genannt.

Ich bin kein Wald, das ist wohl wahr,
trotzdem bin ich unverzichtbar:
Ich schütze die Felder vor starkem Wind,
biete Nistplatz für vielerlei Vogelkind
und so manches kleine Tier
findet Schutz und Nahrung hier.
Auch der Mensch nutzt gern mein Holz
- auf all das bin ich mächtig stolz!
Ich bin ein geschütztes Biotop,
bekam dafür so manches Lob.

Damit ich nicht eines Tages noch aussterbe,
kürte die UNESCO meine Pflege zum Kulturerbe!

So, nun wisst ihr über mich Bescheid
und seid zu meinem Schutz bereit!

Ingken Lüdtke, Einwohnerin aus Schönberg anlässlich der offiziellen Auszeichnungen im Rahmen des Knick-Wettbewerbes

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