Wenn man, so wie meine Frau und ich, in einem Knick wohnt, ist es wichtig, sich mit den Pflanzen auszukennen. Was kann ich fressen, wo baue ich am besten mein Nest, welche Früchte sind giftig? Davon möchte ich erzählen:
Hainbuche
Wer mich kennt, weiß, dass ich fast immer ans Futtern denke – am liebsten an Haselnüsse. Aber ich muss ja auch mal etwas anderes fressen, sonst bekomme ich auf die Dauer Bauchweh. Ihr esst ja auch nicht nur Schokolade oder Pommes frites, stimmt´s?
Hier im Knick wachsen ein paar Hainbuchen. Jetzt denkt ihr vielleicht an Bucheckern, mit denen ich mir den Magen vollschlage, aber da seid ihr auf dem Holzweg. Hainbuchen sind nicht mit den Rotbuchen verwandt – also den Bäumen mit den Bucheckern – sondern mit – tatata!!! – dem Haselstrauch! Das sagen jedenfalls die Botaniker und die werden´s wohl wissen.
Man muss etwas genauer hingucken, um die Hainbuche von der Rotbuche zu unterscheiden. Der Stamm der Hainbuche ist ähnlich wie bei der Rotbuche glatt, sieht aber merkwürdig verdreht aus, man nennt das auch „spannrückig“. Die Blätter haben keinen glatten Blattrand, sondern sehen aus wie eine Säge. Außerdem besitzen sie hervorstehende Blattadern und sehen dadurch aus wie gefaltet. Das Holz der Rotbuche ist rötlich und das der Hainbuche weiß – daher heißt die Hainbuche manchmal auch „Weißbuche“.
Das Wichtigste – jedenfalls für mich – sind ihre Früchte! Die sehen aus wie lustige Lampions. Die sind erst grün, später werden sie gelb-braun und bestehen aus vielen dreilappigen, flügelartig verwachsenen so genannten Vorblättern, in deren Achsel jeweils eine kleine Nuss sitzt. Wenn die Früchte im Winter reif werden, lösen sich die einzelnen Vorblätter samt Nüsschen und werden, wie kleine Propeller, vom Wind verweht. Das sieht sehr lustig aus! Auf diese Weise sorgt die Hainbuche für ihre Verbreitung, denn aus jeder Nuss kann ein neuer Baum wachsen.
Ich muss im Herbst eine ganze Menge von den kleinen energiereichen Nüssen futtern, um satt zu werden. Das ist etwas mühsam, dafür muss ich aber keine harte Nussschale wie bei der Haselnuss aufnagen. Im Frühjahr, wenn ich aus dem Winterschlaf aufwache, knabbere ich übrigens gerne an den zarten Blütenknospen und Blüten der Hainbuche – der Blütenpollen ist einfach sehr köstlich und sicher auch gesund!
Jetzt versteht ihr vielleicht, warum ich Hainbuchen so gut finde. Habt ihr vielleicht auch einen Lieblingsbaum? Welcher ist es und warum?

