Hütti trifft die Goldammer

© Chris Romeiks

Im Rahmen unseres KNICKWERT-Projektes erzählt die Haselmaus Hütti, unser Naturpark-Maskottchen, etwas über seine Entdeckungen im Knick. Heute berichtet er über eine Begegnung mit der Goldammer, die ihrer Frau ein Liebeslied singt:

Neulich wurde ich mitten am Tag wach, denn ich hörte einen Vogel laut singen. Jetzt im Sommer singen ja nicht mehr so viele Vögel, denn die Brutzeit ist vorbei und die Lütten betteln andauernd nach Futter. Da ist für hübschen Gesang kaum Zeit. Das finde ich auch ganz gut so, denn ich brauche tagsüber Ruhe für meinen Schönheitsschlaf. Nun war ich aber wach und neugierig, wer mich da geweckt hatte. Ich kletterte durch meinen Knick und entdeckte bald den Sänger. Ein toller gelber Kerl saß da oben auf einer alten Eiche und schmetterte immer wieder sein Lied. „Hallo!“ schnackte ich ihn an. „Was singst Du denn da für ein tolles Lied?“ „Ich singe ein Liebeslied,“ antwortete der Sänger. „Wie, wie, wie hab‘ ich dich liiiiiiieb!“ singe ich für meine Frau, die ist einfach die Beste! Außerdem markiere ich so mein Revier.“ „Das Lied gefällt mir!“ antwortete ich und überlegte gleich, was ich meiner Frau mal vorsingen könnte. Singen ist ja nicht so meine Stärke, schade eigentlich …

Ich bewunderte das goldgelbe Federkleid und fragte den Kerl nach seinem Namen. „Ich heiße Goldammer,“ stellte er sich vor. Eigentlich müsste ich „Gelbammer“ heißen, wenn man meinen wissenschaftlichen Namen genau übersetzt. Der lautet nämlich „Emberiza citrinella“ und „citrinella“ bedeutet „zitronengelb“. Aber ein bisschen golden sehe ich ja auch aus. Und wer bist Du?“ Ich stellte mich vor und erzählte von meiner Vorliebe für Haselnüsse, denn daher habe ich ja meinen Namen. Die Goldammer mag keine Haselnüsse, erzählte sie, sie mag lieber Samen, Insekten und Spinnen. Prima, da kommen wir uns bei der Futtersuche nicht ins Gehege! Nach einer Weile verabschiedeten wir uns voneinander und ich freute mich, einen neuen Nachbarn kennengelernt zu haben. Als ich nach Hause zu meiner Frau ins Nest kam, flüsterte ich ihr „Wie, wie, wie hab‘ ich dich lieb“ ins Ohr, bevor ich wieder einschlief. Vielleicht nehme ich mal bei meinem Nachbarn Gesangsunterricht?

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