Im Rahmen unseres KNICKWERT-Projektes erzählt die Haselmaus Hütti, unser Naturpark-Maskottchen, etwas über seine Entdeckungen im Knick. Heute berichtet er darüber, warum er mit seiner Freundin Elfriede, einem Eichhörnchen, den Eichelhäher zu einem Eichel-Buffet einlädt.
Gestern erzählte mir meine Freundin Elfriede eine aufregende Geschichte. Elfriede ist ein Eichhörnchen und wohnt hier gleich nebenan in dem großen Wald. Es war kurz vor Sonnenuntergang und ich räkelte mich kurz vorm Aufstehen noch leicht schläfrig in meinem Nest, als sie atemlos angesprungen kam. „Hütti!“ rief sie leise, „Hütti! Wach auf, schnell!“ „Was ist denn los?“ fragte ich sie und überlegte gleichzeitig, worauf ich heute als Frühstück Lust hätte – Brombeeren oder Nüsse? „Hütti, fast wäre ich eben gestorben!“ japste Elfriede. Ich erschrak. „Wieso das denn, hast Du den Neuntöter getroffen, von dem ich Dir neulich erzählt habe?“ „Nein, nein, der ist doch schon nach Afrika geflogen und bleibt da den ganzen Winter. Außerdem frisst der doch keine Eichhörnchen, du Dussel. Aber der Habicht hat mich fast erwischt!“ Der Habicht? Von dem hatte ich ja noch nie etwas gehört. Elfriede erzählte, immer noch atemlos, von einem kräftigen Greifvogel mit breiten Flügeln und langem Schwanz. „Er hatte auf dem Rücken ein bläulich-graues Gefieder, sein Bauch war weiß mit feinen grauen Steifen.“ „Das klingt hübsch“, antwortete ich. „Du spinnst wohl – von wegen hübsch!“ brauste Elfriede auf. „Der Vogel hätte mich fast gekrallt und aufgefressen!“ „Ach entschuldige, ich bin noch nicht ganz wach…“, versuchte ich sie zu besänftigen. „Was ist denn nun genau passiert?“ „Also, ich saß auf der alten Eiche auf einem Ast und knabberte an einer leckeren Eichel. Da huschte plötzlich ein Schatten über mich und ein großer Vogel landete neben mir auf dem Ast. Ich erstarrte vor Schreck und er fixierte mich mit seinen stechenden, bernsteingelben Augen. „Der Habicht! Ich dachte, jetzt ist alles aus! Mein Herz klopfte mir bis zum Hals. Ich starrte auf diese riesigen, messerscharfen Fänge des Vogels, die den Ast umklammerten, auf dem ich saß. Ich hatte schon einige Geschichten über den Habicht gehört. Wie er lautlos und schnell durch dichte Wälder fliegt, immer auf der Suche nach Beute – und die kann sogar größer sein als er selbst!“ „Dann ist er ja schlimmer als der Neuntöter!“ warf ich ein. „Und wie bist du ihm entkommen?“ „Ich hatte ein riesiges Glück! Ein Eichelhäher hatte wohl den Habicht entdeckt und rief sein lautes „Rätsch“. Alle Tiere des Waldes wissen dann, dass Gefahr in Verzug ist. Der Habicht guckte zur Seite und ich nutzte die Chance, um schnell abzuhauen. Wie ein geölter Blitz sprang ich von Baum zu Baum und nun bin ich hier.“ „Na, das war ja knapp! Toll, dass du so sportlich bist! Und klasse, dass der Eichelhäher so gut aufgepasst hat!“ freute ich mich über den guten Ausgang der Geschichte. Und ich war mal wieder froh, nachts unterwegs zu sein, wenn die gefährlichen Greifvögel schlafen. „Ich habe eine Idee“, sagte Elfriede. „Was hältst du davon, wenn wir den Eichelhäher als Dankeschön zu einem Eichel-Buffet einladen? Wir könnten uns hier bei dir im Knick treffen, am besten schön versteckt und in der Dämmerung, damit der Habicht uns nicht findet. Hier steht doch auch eine alte Eiche, da können wir Eicheln sammeln.“ Ja, und dieses Eichelbuffet machen wir heute Abend, Elfriede und ich haben schon fleißig Eicheln gesammelt. Was wir nicht auffuttern, versteckt sie dann als Wintervorrat. Meine Freundin denkt immer sehr praktisch…

